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  Quadratische „Barriques“: korrekt umweltfreundlich

 
Vendemmia
Auf dem Etikett einer wichtigen, italienischen Kellerei steht die Aufschrift „save a tree“, wohl um anzuzeigen, daß für die Verfeinerung ihrer Weine keine Bäume aufgeopfert werden, über hundertjährige Eichen, deren Hölzer seit je für die Fässer gebraucht werden. Nur tut es mir leid, daß ein solch nobles Konzept auf Englisch geschrieben wird, vielleicht um anzudeuten, daß der Respekt für die Natur bei uns Italienern nicht ganz so wichtig ist.
Seit damals, als die Menschen begannen nicht mehr in den Höhlen Schutz zu suchen sondern in sicherlich aus Holz gebauten Häusern, wurde dieses Material zur Gepflogenheit und das bis heute noch, sei es im Schiffbau, sei es, nach dem Zeitalter der Amphoren, für Flüssigkeitsbehälter oder für die verschiedensten Werkzeuge. Nicht deswegen fühlt sich auch der sensibelste Mensch verantwortlich für die Zerstörung der Wälder, im Gegenteil, dank diesen ist das menschliche Überleben auf der Erde ermöglicht worden. Gewiß, ein ernstes Wort muß auch mit uns Produzenten gesprochen werden, wir, die wir die Gewohnheit haben, unsere Weine in Fässern aus jahrhundertealten Eichen aus Transsilvanien, dem Zentralmassiv oder den amerikanischen Wäldern des „mid-west“ zu verfeinern. Mir schmerzt das Herz mit ansehen zu müssen, wie das schöne Holz, nach Erschöpfung seiner Abgabe an Gerbsäure und deshalb für unseren Gebrauch nicht mehr nützlich, nur zu oft hinter den Kellereien einfach verfault.
Als mir vorgeschlagen wurde, den Gebrauch von quadratischen “Barriques“ zu erproben, lehnte ich empört ab, aber ein erneuter Blick hinter die Kellereien und die Idee einer Verwertungsmöglichkeit dieser noch jungen Hölzer, wenn nicht gebogen, für bewohnbare Strukturen oder anderes, haben meine frühere, etwas übereilte Entscheidung geändert.
Die quadratischen „Monster“ sind angekommen und nun gefüllt mit dem wertvollen Erzeugnis, das uns die Weinlese 2003 aus den neuen Rebbergen „Le Spiaggiole“ geschenkt hat. Gleichzeitig sind auch „demi-tonneaux“ (Faßmaß) aus Slawonien und Frankreich mit demselben Wein gefüllt worden: dem französischen Cuvée aus „Merlot, Sirah, Petit Verdot, Mouvèdre, Grenache Bouchée“ und, um nicht als zu auslandfreundlich traktiert zu werden, auch aus unserem einheimischen, heute neugeadelten „Primitivo“ mit dem Namen „Zinfadel“.
Alle zwei Monate werden wir Stichproben zur Verkostung durchführen, Blindproben natürlich und eine Laboruntersuchung mit breitem Spektrum. Der erste Test wird Ende April durchgeführt, um dann regelmäßig, nach der Flaschenabfüllung, für mindestens ein anderes Jahr fortgesetzt zu werden. Die Ergebnisse der Proben werden wir in unserer Homepage veröffentlichen und wer interessiert ist, an diesen Kostproben teil zunehmen, die in unserem Winestore an den Samstagen: 26. Juni, 28. August und 30. Oktober durchgeführt werden, den laden wir schon jetzt freundlichst ein.
Korrekt umweltfreundlich? Ja, vielen Dank!