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Die Maremma und ihre Protagonisten

 
Mosto
Als erstes eröffnet er einen Weinkeller und lässt sich nochmals von Veronelli beraten der ihm die besten Winzer jener Zeit vorstellt. Sellari Franceschini, Mantellassi, Pupille, die Genossenschaftskellerei von Scansano und natürlich ihn selbst, berühmte Namen, die Pioniere. Erik sieht sich um, erkundigt sich, probiert, produziert und ist überzeugt, dass er alle nötigen Kapazitäten besitzt. Was ihm fehlt, ist eine richtige Marktstrategie. Es ist wichtig in den richtigen Kreisen aufgenommen zu werden, in den Önotheken die Mode machen. Kurz, er packt seinen Transporter und fährt Zickzack durch die kilometerlangen Strassen Italiens und stellt seinen Morellino Topwein in den Lokalen Top von Mailand, Turin, Bologna, Florenz vor.

Ein Risiko voll kleiner Siege aber auch vielen, vor den Kopf geschlagenen Türen

Erik Banti
Im 1994 verlässt Erik Montemerano um sich im wenige Kilometer entfernten Scansano niederzulassen. Die rasende Schnelligkeit des Businessbetriebs macht, dass auch diese Kellerei bald alt und nicht mehr den scharfen Vorschriften der neuen Gesetze des Marktes entspricht. Einen guten Wein zu produzieren reicht heute nicht mehr, es braucht zudem einen gossen Einsatz an Imagestrategie und Marketing. Auch wenn ungern, Erik passt sich an, im Gegenteil, er überbietet sich wie immer, denn er will der Beste sein. Dank der erfinderischen Schöpfung und Fantasie eines berühmten Architekten aber auch mit dem Einsatz von Milliarden, hat sich das Unternehmen durch ein radikales Make-up völlig verändert. Wie im Stil des Auditoriums von Renzo Piano in Rom, ist die Außenfassade aus kleinen Backsteinen gebaut. Im Zentrum thront das Symbol von Erik Banti, die Turteltaube, eine Turteltaube die sich längs der Zufahrtsstrasse multipliziert und beim Vorbeigehen der Besucher erleuchtet. Aber auch neue Büros sind da, ein eleganter Proberaum mit Terrasse gegen die Talseite und ein „wine shop“ in kalifornianischem Stil. Hier, außer den Weinen, sind die neuen Errungenschaften des „goldenen Rots“ ausgestellt: verschiedene, gastronomische Produkte mit der Turteltaube als Markenzeichen (Tomatensauce, Trüffelcreme, Artischocken auf Römerart...) die Erik, der Feinschmecker, persönlich bei verschiedenen Handwerksbetrieben ausgesucht und ankauft hat. Zudem findet man Bücher und önogastronomische Herausgaben zum Kauf und Gadgets, natürlich mit dem Markenzeichen Erik Bantis: T-shirts, Hüte, Korkenzieher und so weiter. Alles im Zeichen des „ein wenig mehr“, etwas das nicht unbedingt gebraucht wird, jedoch den Unterschied macht.

Tenuta
Niemand soll sich jedoch von Erik dem Dänen täuschen lassen, wenn er euch zeigt, wie er den „Restyling“ realisiert hat, während er sagt, was heute noch wichtig sei, sei nur die Oberflächlichkeit, während er euch vertraut, er möchte aufhören, verkaufen, alles verlassen, denn noch ehe ihr euch umgekehrt habt, findet ihr ihn von Neuem in vorderster Reihe, seinen Rebberg herausfordernd. „Wenn du fühlst, dass sich die Erde unter deinen Füssen bewegt“ heißt ein Sprichwort, „kehre zurück zum ersten Tag, indem du dich entschlossen hast das zu werden was du heute bist“. Demzufolge kehrt Erik Banti an den ersten Tag zurück und kauft neues Land in Poggio Maestrino, im Herzen des Morellino Doc Gebietes, dort wo der kostbare „Annoprimo“ geboren wurde, der bei jeder neuen Weinernte den Namen wechselt (Zweites Jahr, Drittes Jahr usw.) wie um die Einzigartigkeit zu unterstreichen, die hinter jedem Kunstwerk steckt. Erik Banti arbeitet schon jetzt wieder für die großen Weine der Zukunft. Er pflanzt den Klon des „Sangiovese“ und dann diejenigen des „Merlot“, des „Cabernet Sauvignon“ und auch die Xenophile des „Petit Verdot“, „Mouvedere“, „Sira“, „Zinfandel“, der übrigens nichts anderes ist als derjenige unseres primären, einheimischen Weins. Die Weinberge werden mit Holz aus dem schwedischen Lappland gepfählt, da nur in dieser Gegend die Pinien das Höchste an Festigkeit entwickeln können. Zudem verfolgt Erik die Möglichkeit, die Ergiebigkeit pro Hektare zu Gunsten einer größeren Weinqualität zu verringern. Wie Montemerano vor fünfundzwanzig Jahren, so ist für heute und morgen Poggio Maestrino sein Reich geworden. Immer ist er auf den Spuren eines leidenschaftlichen Traums, der nie von einem „Business Plan“ ausgelöscht werden kann.

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